Lieblingskaiser

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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kiko217
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Lieblingskaiser

Beitrag von kiko217 » Sa 12.12.15 18:14

Ich weiß nicht, ob es eine solche Diskussion schon gegeben hat. Die Frage lautet: Wie kommt man zu einem "Lieblingskaiser", dessen Münzen man am liebsten sammelt?

Soll er menschlich sympathisch oder wenigstens interessant sein?
Soll er eine reiche Palette an verschiedenen Rückseiten bieten?
Soll seine allgemeine Regierungszeit eine interessante sein, soll die Münzgeschichte das Wichtige sein?

Ich selbst habe keinen absoluten Lieblingskaiser. Mich interessiert Tiberius, aber da gibt es leider so wenig Münztypen. Hadrian finde ich immer ganz gut; nach Gallienus lässt mein Interesse deutlich nach. Vielleicht liegt es daran, dass es dann keine Sesterzen mehr gab, die für mich das Salz in der Suppe sind.

Erzählt doch mal, wie ihr zu euren Vorlieben gekommen seid!

Bis denn

Kiko

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schnecki
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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von schnecki » Sa 12.12.15 18:16

Die Soldatenkaiser sind interessant !!!

m.f.g Alex
SI DEVS PRO NOBIS , QVIS CONTRA NOS ?

kiko217
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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von kiko217 » Sa 12.12.15 18:35

Erzähl mal, warum! Ich finde die nämlich in ihrer Brutalität einigermaßen abstoßend. Und die Porträts fangen auch langsam aber sicher an, sich zu ähneln.

Was siehst du in ihnen, was ich nicht sehe? Vielleicht kannst du sie mir ja schmackhafter machen!

Kiko

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von schnecki » Sa 12.12.15 19:27

Ich kann es Dir nicht mal genau sagen , warum ich diese Kaiser toll finde ! Ich sammle bevorzugt Gordian III , Philippus und Decius , aber auch andere Kaiser lasse ich nicht liegen , wenn mir eine Münze von denen gefällt !

m.f.g Alex
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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Redditor Lucis » So 13.12.15 00:14

In meinen Anfängen als Sammler (zu Schulzeiten) hatte ich sehr wenig Geld zur Verfügung.
Deshalb habe ich mit den Münzen (Folleis) der Familie Konstantins angefangen, nebenbei kamen ein paar Denare/Antoniniane der Severer-Dynastie sowie der frühen Soldatenkaiser dazu.
Später habe ich dann Querbeet alles Römische gesammelt, wenn mir eine Münze gefiel und sie preislich okay war.
Momentan setze ich schwerpunktmäßig auf spätrömische Münzen (ca. ab Gratianus) und frühbyzantinische Münzen, da die Preise dort momentan nicht so überhitzt sind und die Konkurrenz nicht so groß ist.
Einen Lieblingskaiser habe ich nicht.


Viele Grüße

Stefan

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Anfenger » So 13.12.15 13:28

Mich interessieren insbesondere die Flavier. Lion Feuchtwanger hat in seiner Josephus - Trilogie die Flavierdynastie verarbeitet. Dazu hatte ich einmal eine Arbeit geschrieben und kenne daher diese Zeit am besten.

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Pscipio » So 13.12.15 14:27

Redditor Lucis hat geschrieben:Folleis
Nicht schulmeisterlich gemeint sondern als Hinweis: der Plural von Follis lautet Folles.

Gruss, Lars
Nata vimpi curmi da.

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Arminius » So 13.12.15 15:30

Nero weil
- feinster klassischer Stil
- viele Emissionen und Münzstätten
- Drama, Liebe, Wahnsinn

Gruß


(p.s.: Ein weiterer Lieblingskaiser war bis vor kurzer Zeit für mich noch der Franz Beckenbauer.
Von dem gab es zwar nur wenige Medaillen und Pseudo-Münzen aber er war auf anderen Gebieten interessant und sehr erfolgreich. Es wird wohl in Zukunft keine Ausgaben irgendwelcher Art mehr von oder über ihn geben. - Aber das ist eine andere Geschichte.

:wink: )
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Ich lasse mich durch Ansichts- und Glaubensfragen nicht in einen Empörungsmodus bringen.

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von klausklage » So 13.12.15 16:26

Ich bin eher zufällig bei Trajan gelandet. Als ich mich nach gut einem Jahr des wahllosen Ersteigerns billiger Münzen auf eBay auf einen Kaiser spezialisieren wollte, hatte ich von ihm die meisten, nämlich 3 ;-) Trotzdem bin ich gerne bei ihm geblieben: Die Münzen sind vergleichsweise bezahlbar, es gibt viele verschiedene, oft historisch interessante Motive und durch Woytek ist er inzwischen gut dokumentiert. Perfekt ist er aber auch nicht, das Porträt zB ist nicht gerade abwechslungsreich, immer die gleiche Frisur.
Andere Kaiser, die ich gerne mag, aber nicht offiziell sammeln will, sind Geta und Crispus, vielleicht wegen ihres abrupten Endes.
Und wenn ich finanziell kein Limit hätte, würde ich Denare des Augustus sammeln - für mich der klare Champion der römischen Münzprägung!

Olaf
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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von pontifex72 » So 13.12.15 18:35

Hallo zusammen,

mein Lieblingskaiser ist Antoninus Pius. Zum einen empfinde ich ihn als historische Persönlichkeit sympathisch, ausgleichend, gerecht und vernünftig. Zum anderen finde ich die Münzen der Antoniner sind stilistisch richtig gut.
Darüber hinaus sammle ich auch gerne Denare der Severer. Was deren Prägungen betrifft, gilt im Wesentlichen das gleiche wie bei Antoninus Pius und seiner Familie, gerade die verschiedenen Frisurenvarianten bei den Frauen sind recht interessant.
Mein Spektrum geht also von 138-235. Da ich fast nur Silber sammle, ist es bei diesen Dynastien natürlich von großem Vorteil, dass vorzügliche Denare erschwinglich sind.
Aber ich kaufe zwischendurch auch mal was anderes, wenn sich eine gute Möglichkeit auftut.

Grüße
Thomas
Viele Grüße
pontifex72

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Numis-Student » Mo 14.12.15 13:10

Hallo,
ich habe jetzt noch mal ganz in Ruhe meine Sammlung durchgeschaut, aber ich hätte nirgendwo ein Regung gespürt, dass Herr x oder Frau y mein/e Liblingskaiser/in (richtig gegendert ?? ;-)) wäre. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich wohl gern meine Sammlung gerade im frühen Bereich etwas erweitern: Augustusdenare sind wirklich optisch sehr ansprechend, ebenso würden mir die Münzen von Galba, Vitellius und Otho gut gefallen...
Ich merke, dass ich aber bei Traian und Hadrian unbewusst wohl einige Münzen mehr gekauft habe. Aber generell gefällt mir meine Sammlung in der Form, dass sie von Augustus bis zu späten Spätrömern einen guten Querschnitt bildet. Von daher würde ich das auch so weiterführen und mit dem "unbegrenzten Geld" einerseits seltene und andererseits schöne Münzen kaufen, und dann noch die Liste der "fehlenden Kaiser" weiter abarbeiten. Wünschenswert wäre dann natürlich, auch Gold stärker einzubeziehen... ;-)

Probus ist bei mir durch die Diplomarbeit zu einem Forschungsschwerpunkt geworden. Aber das kam schlicht daher, dass wissenschaftlich neuere Literatur notwendig war, es war keine persönlich beeinflusste Wahl. Es ist übrigens so, dass auch die wissenschaftliche Probussammlung getrennt von meiner Römersammlung liegt, in der allgemeinen Römersammlng liegen gerade mal 3 Münzen des Probus.

MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von mike h » Mo 14.12.15 17:01

Ich seh das ähnlich.
Meine Sammlung soll einen repräsentativen Querschnitt des gesamten Kaiserreiches bieten... von Julius Caesar bis zum Ende bei den Spätrömern.

Dabei soll möglichst zu jedem Kaiser jedes Nominal (momentan nur bis zum Silber) vorhanden sein. Das ist schon ein riesiges Gebiet. Natürlich hat man seine Lieblingsstücke, aber die beziehen sich nicht auf einen oder mehrere spezielle Kaiser, sondern auf das ästhetische Erscheinungsbild der jeweiligen Münze.

Ansonsten ist mein Lieblingskaiser entweder der, der gerade zur Reinigung unter meinem Mikroskop liegt... und wenn da gerade nichts liegt, dann derjenige, der gerade auf dem Postweg zu mir ist.

Momentan also Julia Maesa und Maximus.

Ob sie das bleiben, hängt eindeutig vom Reinigungserfolg ab.

Martin
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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Theo » Mo 14.12.15 19:22

Ich freue mich sehr, wenn Jemand sein Hobby mit seinem Beruf vereinen kann. Zwar wollte ich meinerzeit die Geschichte studieren, allerdings ahbe ich es nach zwei Semester hingeschmissen und für ein anderes Studium entschieden, was auch interessant war und angeblich bessere Jobperspektiven haben sollte. Naja.

Lieblingskaiser habe ich nicht. Ich versuche weiterhin, und zwar mit großen zeitlichen Unterbrechungen (aus Grunden, wie immer) mein großes und sehr ambitioniertes Ziel zu verwirklichen, nämlich alle Kaiser zu haben. Mein Großvater hatte alle und zwar als Abgüsse der Originalen. Diese Sammlung mit mehr als 350 Münzen war sehr alt und stammte, glaube ich, aus Russland. Mitte 18, Anfang des 19 Jhdt. Durch ein Brand ist die Sammlung jedoch zu einer Pfütze aus Zinn geworden.

Wie gesagt, Lieblingskaiser habe ich nicht, die Favoriten sind aber die Adoptivkaiser/ antonianische Dynastie und Severer. Vor kurzem habe ich für mich wieder die Zeiten der Tetrarchie und der Constantinischen Dynastie entdeckt. Ich hoffe, dass die letzten irgendwann zum Schwerpunkt meiner künftigen Sammlung werden.

Grüße

Theo

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von tranquillo » Mo 14.12.15 20:06

Angefangen hat meine Römersucht vor 12 Jahren mit einem 'VICTORIA GERMANICA'-Sesterzen von Maximinus Thrax, der sich bis heute in meiner Sammlung befindet. Ich fing an, mich mit seiner Geschichte zu beschäftigen und war, obwohl wenig tatsächlich überliefert ist, fasziniert. Dennoch kann ich nicht sagen, er wäre mein Lieblingskaiser geworden. Ich könnte keinen benennen, wohl aber meinen Sammlungsschwerpunkt: Münzen der Severer, das Ganze etwas weiter gefasst, also vom Tode des Commodus bis Maximinus Thrax und Filius.

Daneben als Querschnittssammlung 'natürlich' noch Kaiserreihe, allerdings ist momentan bei Constantinus II Schluss, für die Spätrömer kann ich mich kaum begeistern. In den letzten beiden Jahren sind auch ein paar Republikdenare hinzu gekommen, hier sammle ich aber nach rein ästhetischen Gesichtspunkten.
Zuletzt geändert von tranquillo am Mo 14.12.15 20:58, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß tranquillo

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Re: Lieblingskaiser

Beitrag von Peter43 » Mo 14.12.15 20:54

Ich bin auf Elagabal abgefahren, wie man auch an meinem Avatar sehen kann. Ich finde es interessant, wie im alten Rom eine weibliche Dynastie von Julias die Politik bestimmt hat, wie es die ersten Versuche gab, einen orientalischen Monotheismus in Rom zu verankern - was zwar scheiterte, dann aber mit dem Christentum doch Erfolg hatte -, und dann die massive Falschdarstellung durch die römischen Geschichtsschreiber.

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