Incus-Prägung Constantin

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

kc
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Incus-Prägung Constantin

Beitrag von kc » Fr 04.09.09 09:54

Diesen einseitig geprägten Follis habe ich neulich erworben. Bei einer Incus-Prägung ist es ja eigentlich so, dass die beprägte Seite praktisch von hinten nach vorne durchgestoßen wurde. Somit ist auf beiden Seiten das gleiche Bild zu sehen, bloß spiegelverkehrt. Bei dem hier vorliegenden Stück ist es etwas merkwürdig. Neben dem Incusum weist die Münze auch noch eine Stempeldrehung auf. Wie kann sowas zustande kommen??? 8O

Viele Grüße

kc
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Incus-Prägung mit Stempeldrehung.JPG
Constantin Incus-Prägung.JPG
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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Fr 04.09.09 09:59

Das ist eine sogenannte "Brockage"-Fehlprägung, bei der der inkuse Abdruck durch eine im Stempel hängengebliebene zweite Münze verursacht wurde.

Gruss, Pscipio
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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Fr 04.09.09 10:02

Das ist doch das typische Bild, wenn eine bereits geprägte Münze am oberen Stempel hängengeblieben ist, und dann der nächste Schrötling von unten korrekt und von oben mit der Vs. der hängengebliebenen Münze geprägt wurde. Heißt auf englisch 'brockage'.

Mit freundlichem Gruß
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kc
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Beitrag von kc » Fr 04.09.09 10:15

Achso, das bedeutet also brockage. Ich habe den Begriff bisher öfters gehört, konnte aber nicht wirklich etwas damit anfangen. Die Entstehung einer solchen Fehlprägung kann ich gedanklich nicht ganz nachvollziehen. Bilder wären hierfür vielleicht hilfreich.
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areich
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Beitrag von areich » Fr 04.09.09 10:29


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Beitrag von kc » Fr 04.09.09 10:51

Vielen Dank euch Dreien. Ich glaube aber, dass wir noch nicht die Stempeldrehung berücksichtigt haben. Da werd ich nicht schlau draus. Wenn nun die hängengebliebene Münze im Stempel mit dem Avers auf den Schrötling trifft, dann drückt sich das Aversbild in den Schrötling rein, sodass es auf der Rückseite GENAU an den eingedrückten Stellen wieder herauskommt, salopp gesagt. Und das ist hier ja nicht der Fall. Die Münze hat eine Stempeldrehung von 90-100 Grad.

Grüße

kc
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Beitrag von Peter43 » Fr 04.09.09 11:12

Du schreibst immer von 'Durchdrücken'. Das aber ist hier nicht der Fall. Das untere Bild entsteht nicht durch 'Durchdrücken', sondern durch den unteren Stempel!

Hier ist eine 'brockage'-Prägung von mir, ein Hadrian. Da sind die beiden Seiten um 30Grad versetzt.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von cepasaccus » Fr 04.09.09 11:15

Und wie man an Peters Beispiel schoen sieht wird die incuse Praegung groesser als das Original.
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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Beitrag von tilos » Fr 04.09.09 12:53

kc hat geschrieben:Vielen Dank euch Dreien. Ich glaube aber, dass wir noch nicht die Stempeldrehung berücksichtigt haben. Da werd ich nicht schlau draus. Wenn nun die hängengebliebene Münze im Stempel mit dem Avers auf den Schrötling trifft, dann drückt sich das Aversbild in den Schrötling rein, sodass es auf der Rückseite GENAU an den eingedrückten Stellen wieder herauskommt, salopp gesagt. Und das ist hier ja nicht der Fall. Die Münze hat eine Stempeldrehung von 90-100 Grad.

Grüße

kc
Wurde schon erklärt, aber hier nochmal mit anderen Worten:

Die im Rückseitenstempel hängengebliebene Münze fungiert beim erneuten Prägevorgang als Stempel, prägt also das erhabene Porträt der Münze vertieft (incus) in die Rückseite des Schrötlings.
Die Vorderseite wird normal mit dem Vorderseitenstempel geprägt.

Je nach Position der beiden Stempel zueinander ergibt sich eine - quasi beliebige - Stempeldrehung von maximal 180°.

Grüße
Tilos

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Beitrag von Peter43 » Fr 04.09.09 14:46

Warum schreibst Du 'maximal 180°'? Die Stempel können doch bis 360° gegeneinander gedreht sein (was natürlich = 0° ist). Aber 330° (= - 30°) kommt z.B. häufig vor.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von beachcomber » Fr 04.09.09 14:52

kc,
der stempel ist doch immer spiegelbildlich!
d.h. im stempel schaut der kaiser nach links, wenn er auf der münze nachher nach rechts schauen soll.
wenn nun eine münze im oberstempel hängen bleibt, und auf einen neu eingelegten schrötling trifft, dann hat die eine seite das ganz normale porträt des unterstempels, und die rückseite das spiegelbildliche, weil hier ja ein positiv auf den schrötling traf!
alles klar? :)
grüsse
frank

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Beitrag von tilos » Fr 04.09.09 14:57

Du hast natürlich recht. Ich meinte 180° nach rechts und 180° nach links - also nach re. oder nach li. gedreht, bis der Kerl a.d. Kopf steht.
Gruß
Tilos

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Beitrag von Fortuna » Fr 11.09.09 20:06

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Euch meine Brockage-Münze zeigen.
Die rechte Münze dient als Vergleichstück wie diese sehr seltene Münze des Septimius Severus aus Emesa ausschauen sollte.

Gruß Fortuna
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Beitrag von justus » Fr 18.09.09 15:41

Nach dem kc uns schon eine Brockage des Constantinus I. vorgestellt hat, möchte ich mit einer weiteren incusen Prägung fortfahren.

Constantin I. Æ 2 (Brockage).
Av. CONSTAN – TINVS AVG / Büste mit Lorbeerkranz n. r.
Rv. Brockage. Spiegelverkehrte Abbildung der Vorderseite.
Gewicht: 2,89 g. Durchmesser: 18 mm. Achse 180°.

Einweiteres Beispiel für eine bereits geprägte Münze, die beim nachfolgenden Prägevorgang im Unterstempel hängen geblieben war und so zu einer incusen Abbildung der hängengebliebenen Münzvorseite auf der Rückseite der nächsten Münze führte. Auch hier ist natürlich die incuse Abbildung größer als das Original.

mfg Justus

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Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 19.09.09 21:53

Solche Fehler sind natürlich un so häufiger passiert, je schneller und schlampiger geprägt wurde - also, grob gesagt: Je schlechter die Zeiten, desto mehr Prägefehler. In der frühen Kaiserzeit sind solche Stücke, wie Peters Hadrian, recht selten. Ich besitze einen Quadrans von Claudius I.

Homer
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