KI und antike Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

chevalier
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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von chevalier » Sa 25.06.22 11:53

Lucius Aelius hat geschrieben:
Sa 25.06.22 11:21
Caligula und Claudius brauchten auch wenig Edelmetall prägen lassen, weil sie erstmal die 2,6 Mrd. Staatsschatz, die Tiberius angehäuft hatte, wieder in Umlauf brachten. Das erklärt, warum es von diesen beiden soviel Ae-Münzen, proportional zum Edelmetall gesehen, gab (benötigtes Wechselgeld zum Gold und Silber).
Auf was bezieht sich dieser Wert? Euro, Dollar ... oder Aurei, Denare ... oder Edelmetall ? :o
Thomas

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Lucius Aelius
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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Lucius Aelius » Sa 25.06.22 13:53

Angabe lt. antiker Überlieferung in Sesterzen, aber physisch in der Mehrzahl ganz sicher Edelmetallmünzen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lucius Aelius für den Beitrag:
chevalier (Sa 25.06.22 17:42)
Gruss
Lucius Aelius

shanxi
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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von shanxi » Sa 25.06.22 15:00

Dann kennen wir ja jetzt das Vorbild für Dagobert Duck.

Altamura2
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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Altamura2 » Sa 25.06.22 15:33

Numis-Student hat geschrieben:
Sa 25.06.22 11:15
... Die Aussage halte ich schon für plausibel. ...
Würde aber heißen, dass 80% des umlaufenden Münzwerts für große Transaktionen verwendet wurden, was mich immer noch erstaunt 8O .

Mir ist aber keine Untersuchung bekannt, bei der man versucht hätte, quasi zu einem Stichtag die Menge des umlaufenden Münzgeldes abzuschätzen.

Es gibt ja Hochrechungen, die aus der Anzahl überlieferter Münzen eines Typs und der Anzahl der dabei verwendeten Stempel die produzierte Anzahl der Münzen ermitteln. Ich kenne das aber nur für Edelmetall, bei Bronzemünzen gibt es ja meist nicht einmal brauchbare Stempelstudien.
Vielleicht kann man die Frage (wie hat sich zu einem Zeitpunkt an einem Ort der Münzumlauf mengenmäßig zusammengesetzt?) zur Zeit gar nicht beantworten :| .

Gruß

Altamura

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Numis-Student » Sa 25.06.22 17:33

Die "großen Transaktionen" waren wahrscheinlich in allererster Linie Sparvermögen der oberen 10.000.

So wie auch heutzutage: 100er / 200er / 500er stellen sicher den Großteil unseres Wertes, und in Umlauf die meisten Transaktionen laufen mit 5€ bis 50€.
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Rollentöter » Sa 25.06.22 17:56

Man sollte bei den Werten auch berücksichtigen,.daß
Einerseits zur reinen Wettaufbewahrung (Hortung) Großgeld bevorzugt wurde und wird
und andererseits auch Münzen aus dem römischen Reich in die "Barbarengebiete" abfloß. Und ein germanischer Söldner, der nach ein paar Jahren heimkehrte trug wohl eher einige Goldmünzen als einen ganzen Sack voller Silber- und Bronzemünzen bei sich. War ja in den 50/60erm ähnlich, wenn Gastarbeiter heimkehrten wurden am liebsten möglichst große DM-Scheine mitgenommen (ein, zweiTausender machte halt mehr her als ein ganzes Bündel 10er.
Gruß

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Altamura2 » Sa 25.06.22 18:43

Rollentöter hat geschrieben:
Sa 25.06.22 17:56
...
Einerseits zur reinen Wettaufbewahrung (Hortung) Großgeld bevorzugt wurde und wird
und andererseits auch Münzen aus dem römischen Reich in die "Barbarengebiete" abfloß.
...
Das ist richtig, aber die Münzen wurden damals vermutlich nicht zur Befüllung von Horten oder der Befriedigung des Geltungsbedürfnisses von Germanen geprägt, daran alleine kann es also nicht liegen.

Sold fürs Militär war schon ein Anlass zur Münzprägung, aber die sind bestimmt nicht mit Aurei in der Tasche zum Einkaufen gegangen.

Diese Argumente geben uns aber immer nur Gründe, warum man "Großgeld" geprägt hat, sagen aber über das Verhältnis zum "Kleingeld" nur wenig aus :? .

Gruß

Altamura

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Rollentöter » Sa 25.06.22 19:43

Willst du mich mißverstehen?

Wenn Geld auf die "hohe Kante" gelegt da wird, dann in der Regel Großgeld und nicht Kleingeld. Die Methode 'Pfennige in leeren Asbachflaschen" zu sammeln ist sehr neuzeitlich. Selbst bei den Arbeitern in der Kaiserzeit wurde versucht einen Zähler bzw. ein fünf- Markstück in Reserve zu halten, selbst wenn dies erst zusammengesparz werden mußte. Selbst die Redewendung spricht vom Notgroschen und nicht vom Notpfennig.
Das war zu allen Zeiten so. Hat auch was mit Psychologie zu tun (eine kleine Münze nimmt man eher heraus, kann ja leichter wieder eine sparen und reinlegen, aber die große Münze bzw. Schein rausnehmen und wechseln, wird doch eher aufgeschoben bis es wirklich nicht mehr geht).Abgesehen davon ist es einfach praktischer große Geldbeträge auch in großen Nominalen zu verwahren (für Reiche). In beiden Fällen wird das Geld eine Zeitlang gehortet, also dem tagtäglichen Umlauf entzogen, und u.U. erst nach vielen Jahren wieder ausgegeben. Ein Hort in der Archäologie ist was anderes!

Es gibt Beispiele aus Germanien (soweit mir bekannt allerdings deutlich nach Nero), in denen auffällig viele römische Goldmünzen (die auch bei den Angaben zur Höhe des Jahressoldes genannt werden) in Fundkomplexen auftauchen, die offenbar auf zurückgekehrte Germanensöldner hindeuten. Römisches Silbergeld war aber nicht oder nur spärlich vertreten.
Die Bundesbank hat 1000 DM Scheine ja auch nicht primär für Gastarbeiter gedrückt!

Auch dürften Goldmünzen eher für Schmuck eingeschmolzen worden sein als Silber oder gar Bronze.

Das bronzene und silberne Kleingeld lief im römischen Reich quasi täglich um, das goldene Großgeld macht gerne auch mal eine Längere Pause oder verschwand aus dem Reich.
Selbst wenn genaue Zahlen über die Prägetätigkeit bekannt wären, kann man daher Prägetätigkeit nur schlecht mit "Umlauf'" gleich setzen.
Gruß

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Altamura2 » So 26.06.22 09:23

Rollentöter hat geschrieben:
Sa 25.06.22 19:43
... Willst du mich mißverstehen? ...
Nein, nichts läge mir ferner :D .

Die Phänomene, die Du beschreibst, gab es alle, das bestreitet ja niemand. Ihre Existenz alleine sagt aber noch nichts über ihren quantitativen Umfang, und um den ging es mir.
Dann ist eigentlich auch nicht klar, ob die gehorteten Spargroschen zu den Münzen "im Umlauf" gezählt werden müssen oder nicht, oder 8O ?

Gruß

Altamura

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Re: KI und antike Münzen

Beitrag von Rollentöter » So 26.06.22 17:13

@Altamira2

Da sieht man wieder mal was passiert, wenn ich mich undeutlich auadrücke.

Mein erster Post hier war eigentlich nur eine Reaktion darauf, daß die Quote von 80% Gold doch etwas Erstaunen auslöste. Und meine Intention bestand nur darin beispielhaft aufzuzeigen, daß das nicht bedeutet, daß auch tagtäglich 80% des Geldumsatzes aus Goldmünzen bzw. aus Großzahlungen besteht.
Ich wollte jetzt keine Diskussion über die Wertaufbewahrungsfunktion oder die Umlaufgeschwindigkeit von unterschiedlichen Nominalen, oder die Definition vom "im Umlauf" verschiedener Geldtheorien lostreten.

Zu deiner Frage:
"Geldhorte", wie Sparstrümpfe etc., entziehen nur temporär Geld dem "Umlauf". Das Geld kannaber jederzeit wieder in Umlauf kommen und tun dies auch normalerweise Irgendwann. Ob das nun unter "verringerter Umlaufgeschwindigkeit" oder "vorübergehende Entzug aus dem Umlauf" deklariert wird ....
Letztlich reine Definitionssache (Die Bundesbank hat DM-Zeiten das Bargeld in Tresoren und Kassen der Geschäftsbanken auch nicht in die 'im Umlauf befindlichen Geldmenge" miteinbezogen).
Aber ich glaub das führt jetzt zu weit.
Gruß

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