Kennt jemand dieses Buch?

Deutschland vor 1871
edsc
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Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von edsc » So 02.08.20 16:17

Hallo zusammen,
mich würde interessieren, ob jemand das Buch "DIE DEUTSCHEN MÜNZEN DES MITTELALTERS. MÜNZ- UND BEWERTUNGSKATALOG." von G.-V. WEEGE kennt. Ich konnte dazu leider keine Rezensionen finden und zu kaufen gibt es wohl nur hier. Ist es sein Geld wert? Würdet ihr es einem Altdeutschland-Sammler ohne besondere Schwerpunkte empfehlen?

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Zwerg
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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Zwerg » So 02.08.20 16:27

edsc hat geschrieben:
So 02.08.20 16:17
Würdet ihr es einem Altdeutschland-Sammler ohne besondere Schwerpunkte empfehlen?
NEIN!
Das ist ein Wirrsal von irgendwelchen Bewertungen ohne Sinn und Verstand.
Ich habe es beruflich seinerzeit gekauft, einmal hineingesehen und dann zum Altpapier gegeben.

Grüße
Klaus
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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Brakti1 » Mo 03.08.20 16:24

Hallo,
ich kann Zwerg nur zustimmen. In dem Werk sind Auktionsergebnisse einiger Jahre zusammengefasst, aber so mangelhaft aufbereitet, dass das Werk faktisch nicht benutzbar ist. Ich habe es mal besessen aber nie benutzt. Die Münzen, die mich interessiert haben, waren darin nicht zufinden. Bei einer Rezension über dieses Werk, wäre es Schade um die Zeit und das Papier. :evil:
Bevor man einen Bewerungskatalog erstellt, sollte man überhaupt erst einmal einen allgemeinen Katalog erstellen. Dies wäre jedoch einen Lebensaufgabe mehrerer Wissenschaftler. :D

Viele Grüße

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von TorWil » Di 04.08.20 07:39

Hallo,

Der einzige (für mich) bisher brauchbare Katalog ist der HAUM vom Herzog-Anton-Ulrich-Museum.
Da sind eine Vielzahl von Münzen/Typen und Herrschaftgebieten mit drinnen (Klar ist das nur ein Bruchteil des Ganzen).

https://publikationsserver.tu-braunschw ... uenzen.pdf
https://publikationsserver.tu-braunschw ... uenzen.pdf

Da sind keine Preise mit drin, aber Preise sind eh nur Schall und Rauch, da das Mittelalter auch für die Händler recht undurchsichtig ist kann man nur für die häufigsten Typen Preise ableiten. Ansonsten findet man enorme Preisspannen von Schnäppchen bis Astronomisch für die gleiche Münze.


Grüße

TorWil

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von QVINTVS » Di 04.08.20 20:37

Und die wahren Raritäten erkennt eh nur der super-spezial Freak. So ein richtig gutes "Büchlein" für mittelalterliche Münzen gibt es nicht. Das wäre auch ein ziemlich dickes mehrbändiges Werk das alle 5 Jahre einen Nachtragsband bräuchte.
Viele Grüße

QVINTVS

Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen,
und wer sie aufzuheben versteht,
hat ein Vermögen.

Jean Anouilh (franz. Dramatiker, 1910 - 87)

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Brakti1 » Mi 05.08.20 03:06

@TorWil

Die beiden Bände von Leschhorn sind vom Umfang ein beeindruckendes Werk. Leider ist es in Summe nur eine Fleisßarbeit. Herr Leschhorn ist ein Antikennumismatiker, der von mittelalterlichen Münzen wenig Ahnung hat. Das ganze Werk beruht auf der Bestimmung der Münzen seiner Vorgänger und wurde von Studenten zusammengefasst. Die Bestimmung der Münzen beruht auf Uraltforschung und ist häufig fragwürdig. Dennoch bietet das Werk für viele Münzen eine gute Abbildung und einige Nachweise.

Viele Grüße

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von TorWil » Mi 05.08.20 06:45

Hallo Brakti1,

Das schöne an den beiden Bänden ist, das sie umsonst heruntergeladen werden können.
Und vom Aufbau her finde ich die Bände ganz gut gemacht.
Natürlich wäre es wünschenswert wenn an einem großen Deutschen Mittelalter Katalog gearbeitet werden würde.
Da könnten die zwei Bände ja als Basis dienen.

Das Problem das ich meistens habe ist das man eine 'schlechter' Erhaltene Münze bekommt, die man erstmal überhaupt nicht zuordnen kann.
Da wäre es schön wenn es dann irgendwann mal eine Datenbank zum suchen gibt.
=> Größe, Material, Umschriftsfragmente, Abbildungsdetails => TATAH => 5 Treffer gefunden ansehen => die Richtige identifizieren => HURRAH

Aber da müssten sich die großen Museen und Universitätssammlungen mal zusammensetzen und was aus dem Fördertopf schnitzen.

Grüße

TorWil
Zuletzt geändert von TorWil am Do 27.08.20 11:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von edsc » Sa 08.08.20 20:17

Vielen Dank für eure ehrliche Meinungen! Diese bestätigten meine Befürchtung, denn bei einem nahezu unbekanntem Buch mit so einem vielversprechendem Titel muss etwas "faul" sein.
Nach meiner persönlichen bisherigen Erfahrung gibt es für dieses Sammelgebiet keine "eierlegende Wollmilchsau" in Form eines allumfassenden Kataloges. Vielmehr benötigt man ein ganzes Bücherregal an (z.T. älteren) Werken, die einzelne deutsche Regionen detailliert abhandeln.
Und wirklich realistische Bewertungen erhält man nur, indem man die Ergebnisse entsprechender ebay-Auktionen protokolliert.

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Zwerg » Sa 08.08.20 20:37

edsc hat geschrieben:
Sa 08.08.20 20:17
ebay-Auktionen
Da liegst Du leider völlig falsch - der "Markt" ist ein wenig :D größer
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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von edsc » Sa 08.08.20 22:04

Naja, aus der Perspektive eines "gemeinen" privaten Sammlers, der ggf. beabsichtigt, sich eines Tages von seinen Schätzen zu trennen, ist ebay derzeit die einzige Möglichkeit, dies mit geringstmöglichen Verlust zu tun. Denn die Verkaufsprovisionen der mir bekannten Auktionshäuser sind ja fast schon unzumutbar (so um die 25% wenn mich nicht alles täuscht). Daher sind die auf ebay erzielten Preise aus meiner Sicht die am besten geeignete Messlatte...

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Numis-Student » So 09.08.20 08:17

Wenn die Qualität der Schätze für eine Auktion geeignet ist, ist oftmals der Preis in einer Saalauktion höher, das hängt u.a. damit zusammen, dass für die Echtheit garantiert wird, man die Stücke vor dem Ersteigern schon besichtigen kann, dass die Chance auf unentdeckte Mängel deutlich geringer ist und eine gewisse Käuferschicht nicht jeden Abend sich durch hunderte Ebay-Angebote klicken will ;-)

Und bei der Wahl 200€ - 10% Gebühren / 400€ - 25% Gebühren würde ich mich für das Auktionshaus entscheiden ;-)

Schöne Grüße
MR

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von TorWil » So 09.08.20 08:34

Hallo,

Ebay ist nur eine von vielen Plattformen um Münzen zu erwerben.
Für mich ist Ebay aber schon lange kein Platz mehr an dem man seriös Münzen erwerben kann, da tummeln sich aus meiner Sicht eine Menge Betrüger.

Gerade was MA Münzen angeht (mal von den Massenmünzen mal abgesehen) gibt es andere Plattformen, ja sogar die klassischen Händler-Auktionen auf denen die Preise realistischer zu vergleichen sind.

Grüße

TorWil

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von Brakti1 » Mo 10.08.20 14:06

Hallo,
meinen Erfahrungen mit regulären Auktionshäusern ist, dass eine gute Beschreibungen fast nur von Münzen angefertigt werden, die aus dem Bestand der Auktionshäuser kommt. Kleine Bestände oder Einzelmünzen werden verramscht und das bei mehr als 40 % Provision (Verkäufer und Käufer). Viele der angeblich verkauften Münzen finden sich kurze Zeit später bei einem anderen Auktionhaus wieder. Auch nicht verkaufte Münzen werden von einem Auktionshaus an das nächste weitergegeben.

Als Beispiel möchte ich einen Goldgulden Bernhard I. von Braunschweig Lüneburg, 1428-1434, anführen.
Die Münze wurde bei mindestens 6 verschiedenen Auktionshäuser innerhalb weniger Jahre versteigert.

Die hohen Auktionsergebnisse sind häufig nur eine Illusion, die hohen Provisionen sind hingegen eine Realität. Bis auf wenige Ausnahmen fährt man bei ebay deutlich besser. Häufig werden bei ebay auch höher Preise erziehlt, weil man auch selber Einfluss daraufnehmen kann, zu welchem Preis die Münzen verkauft werden. Dies ist bei regulären Auktionshäusern meistens nicht der Fall.

Viele Grüße
Zuletzt geändert von Brakti1 am Mo 10.08.20 16:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von didius » Mo 10.08.20 14:31

Numis-Student hat geschrieben:
So 09.08.20 08:17
Und bei der Wahl 200€ - 10% Gebühren / 400€ - 25% Gebühren würde ich mich für das Auktionshaus entscheiden ;-)
Soweit richtig, aber genau da liegt das Problem. Wenn 200 der realistische Verkaufspreis ist, den ich ggf. auch bei eBay erzielen kann, dann erhalte ich in der Auktion nur einen Zuschlag von 160€, da der Käufer das Aufgeld natürlich einkalkuliert. Wenn davon noch die 20 % Provision für mich als Einlieferer abgezogen werden, bleiben nur noch 128€ übrig. Dann bin ich eher wieder bei eBay.
Es kann so oder so ausgehen, aber insgesamt finde ich die Provisionen der Auktionshäuser etwas überzogen, insbesondere im Online-Zeitalter.
Außerdem gibt es ja noch Plattformen mit geringeren Gebühren/Verkaufsprovisionen - da muss man ggf. aber deutlich mehr Geduld haben beim Verkauf.

VG Daniel

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Re: Kennt jemand dieses Buch?

Beitrag von edsc » Mo 10.08.20 17:48

Auch ich beobachte immer wieder, dass auf ebay z. T. deutlich höhere Preise erzielt werden als bei „richtigen“ Auktionen. Allerdings nur im Preissegment bis ca. 350€. Ich will die Plattform nicht schön reden und schon gar nicht Werbung dafür machen aber ich bleibe dabei: für einen Durchschnittssammler, der sich in diesem Preissegment bewegt, ist ebay die am besten geeignete Benchmark.
Für hochwertige, exklusive Stücke in bester Erhaltung sind natürlich Peus, Sonntag, Künker & Co. die richtigen Partner. Solche Stücke werden auf ebay ja auch äußerst selten angeboten.
Deswegen ist für mich das Beispiel ebay: 200€ / Auktion: 400€ eher unrealistisch. Ebay 800€ / Auktion 1400€ dagegen schon.

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