Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Homer J. Simpson
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von Homer J. Simpson » So 30.05.21 13:07

Da sehen wir's mal wieder, wie zwei so wichtige und kenntnisreiche Forumsmitglieder sich dann in anderen wichtigen Dingen so sehr unterscheiden. Interessant zu erleben!

Deswegen würde ich vorschlagen, daß es das mit der Religion jetzt gewesen sein sollte, ehe dieselbe uns womöglich noch entzweien würde.

Homer
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ischbierra
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von ischbierra » So 30.05.21 23:41

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Warum muß es ein Denar des Tiberius - und nicht Augustus' - sein und zwar der mit Livia?
Andere Kaiser kommen nicht infrage, denn im oder um das Jahr 28 gab es bisher nur zwei: Augustus und Tiberius. Aber warum ist es nicht ein noch im Umlauf befindlicher Augustusdenar? Auf Jesu Frage, wer da abgebildet sei wird geatwortet: der Kaiser. Nicht: der ehemalige Kaiser. Und bis zum Jahr 28 dürfte sich auch in der judäischen Provinz herumgesprochen haben, dass Augustus seit 14 tot ist. Aber warum der Livius-Denar und nicht ein anderer? Hier spricht die Wahrscheinlichkeit. Frau Kampmann nennt nur zwei Deanre für Tiberius. Der Livius-Denar ist mit Abstand der häufigste, so dass die Wahrscheinlichkeit für diesen Typ spricht.
Beim Scherflein der Witwe ist es etwas anders. Hier handelt es sich um eine Abgabe im Tempel, bei der "weltliches" Geld nicht zugelassen war. (Wir denken an die Wechsler, die Jesus vertrieb). Hier kann es sich nicht um eine Prutah des Pontius Pilatus handeln, sondern aller Wahrscheinlichkeit um eine der zuvor regierenden Hasmonäer; meist wird Alexander Jannäus angenommen.
Gruß ischbierra

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von Altamura2 » Mo 31.05.21 08:57

ischbierra hat geschrieben:
So 30.05.21 23:41
... Frau Kampmann nennt nur zwei Deanre für Tiberius. Der Livius-Denar ist mit Abstand der häufigste, so dass die Wahrscheinlichkeit für diesen Typ spricht. ...
Das klingt jetzt vernünftig :D . Aber wenn man mit Wahrscheinlichkeiten anfangen muss, dann ist es mit der Gewissheit auch schon wieder vorbei, dann könnte es auch der andere gewesen sein :? .

Gruß

Altamura

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Homer J. Simpson
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von Homer J. Simpson » Mo 31.05.21 11:50

Ja okay, daß wir hier keine Gewißheit kriegen, das ist aber klar. Da hätte jemand schnell mit dem Handy ein Foto von Jesus mit dem Denar machen müssen, und da hat leider keiner dran gedacht.

Homer
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von richard55-47 » Di 01.06.21 08:45

Der hätte auch ein Selfie machen können. Warum sich immer auf andere verlassen?
do ut des.

dictator perpetuus
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von dictator perpetuus » Di 01.06.21 18:08

Aber sagt mal, bilde ich mir das nur ein oder ist auf eBay und co. gerade für diese klassischen "Muss man haben"-Münzen (Augustus Gaius/Lucius-Denar, Tiberiusdenar, Caligula...) der Preis selbst in jüngster Vergangenheit recht stark gestiegen?
Dieser Tiberius ist ja so neben Caligula ja so die Münze, nach der ich am genausten Ausschau halte, während die meisten anderen eher "mich suchen".

Bei der letzten Savoca-Auktion gab es ja einen nicht so schönen und einen schönen Caligula. Der schöne ging für 380 weg, der hässlichere für 175. Die 175 hätte ich vielleicht für den schönen geboten.
Ritter hatte letztes Jahr einen ganz netten, der 10mal schöner war als der schäbige für 175+Aufgeld von Savoca für 200, den hätte ich Dummkopf mal nehmen sollen, dachte aber, ich finde noch einen gleich schönen für vielleicht 150€ oder fürs gleiche Geld noch einen schöneren - vielleicht auch etwas verblendet davon, dass Auktionshäuser wider meines Wissens diese besonders beliebten Münzen anscheinend als Magneten verwenden und deshalb meist viel zu niedrig schätzen.

Und bei eBay hatte ich den im Blick, Erhaltung gerade noch gut genug, aber irgendwie habe ich bei so einer Oberfläche und einem mäßigen Foto immer Angst, dass es ein Guss sein könnte:
https://www.ebay.de/itm/Caligula-As-Rom ... 7675.l2557

Der hier zum Beispiel wäre mir nicht hübsch genug, außer es wäre ein Superschnäppchen:
https://www.ebay.de/itm/402216231537

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friedberg
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von friedberg » Di 01.06.21 20:08

Hallo,

ich würde ebay jetzt nicht gerade als "Markt-Preis-Spiegel" verwenden. In der Regel landet dort doch eher
Ware der zweiten Reihe. Ausnahmen hierzu gibt es selbstverständlich und mit Glück und Zeit und Kenntnis
kann man immer noch das ein oder andere Schnäppchen dort greifen. Selten.

Ansonsten gibt es ja nun diverse Plattformen um sich eine Vorstellung von Marktpreisen bilden zu können.

Nehmen wir mal den letzten: https://www.ebay.de/itm/402216231537

Ein wenig suchen: https://www.coinarchives.com/a/results. ... esults=100

Und dann sehe ich nur noch eine überteuerte Ruine darin.

Mit freundlichen Grüßen

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Homer J. Simpson
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von Homer J. Simpson » Di 01.06.21 20:47

Bei Ebay muß man zwei Kategorien unterscheiden, die oft himmelweit auseinanderliegen, auch wenn sie sehr ähnlich aussehen:
1. Die Sofortkauf-Angebote wie das oben erwähnte (ANGEBOTEN für soundsoviel Euro)
2. Verkaufte Angebote und beendete Auktionen (VERKAUFT für soundsoviel Euro).
Nicht verwechseln!

Homer
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von mike h » Di 01.06.21 21:30

Homer hat das treffend beschrieben.

Für den Ebay Caligula würde ICH niemals 179 € bezahlen.
Solche Fantasiepreise findet man oft auf Ebay.
Allerdings gehen die auch nur sehr selten weg.

Hier ist noch so ein Angebot
https://www.ebay.de/itm/254827845881

Das geht seit Monaten nicht weg.

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dictator perpetuus
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von dictator perpetuus » Di 01.06.21 22:08

mike h hat geschrieben:
Di 01.06.21 21:30
Für den Ebay Caligula würde ICH niemals 179 € bezahlen.
Solche Fantasiepreise findet man oft auf Ebay.
Ich würde auch nicht 100 dafür bezahlen, vielleicht 60 oder so, aber eigentlich nichtmal das, weil ich beim Caligula (obwohl ich nicht bei jeder Münze so viel Wert auf sehr gute Erhaltung lege) eigentlich einen schönen haben will, habe bei dem etwas höhere Ansprüche als z.B. beim Tiberius. Ich kann mir trotzdem vorstellen, dass den irgendwann einer kauft.
Aber bei MA-Shops und co sind auch abstruse Angebote drin, und wie gesagt, ich fand auch abenteuerlich, was für den hier bezahlt wurde:
https://www.biddr.com/auctions/savoca/b ... &l=1919817

Den hier finde ich auch viel zu teuer:
https://www.ma-shops.de/kornblum/item.php?id=210601005

Ganz zu schweigen von dem hier:
https://www.ma-shops.de/fenzl/item.php?id=49615

Umso mehr weine ich dem vom Ritter hinterher, die im deutschen eBay als Auktion drin sind, waren lange schon nicht schön. Es ist aber auch nicht so lange her, dass welche für um die 150 weggingen, die viel schöner waren als alle gerade verlinkten, in letzter Zeit zweifel ich nur, dass das so schnell wieder passiert. Aber so selten ist der ja eigentlich nicht, muss ich aufmerksamer sein, irgendwo muss ja eigentlich ein anständiger auftauchen, bei dem man nicht 400 zahlt und das Gefühl hat, man hätte nur 200 dafür ausgeben müssen.

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von mike h » Di 01.06.21 22:12

Man muss ja nicht jedes Stück kaufen...
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von jschmit » Do 03.06.21 12:04

Huuuui. Es wird schon einen Grund geben wieso die Münze jedes Jahr zum Verkauf steht und nicht ersteigert wird..
https://www.romanumismatics.com/240-lot ... tail&year=

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friedberg
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von friedberg » So 06.06.21 21:30

@dictator perpetuus,

die Naumann Auktion mit "Ihren" fraglichen Stücken ist gerade auch "durch".
Jetzt bin ich natürlich gespannt ob Sie bei einem der "Tribute Penny"
mitgeboten hatten und eventuell erfolgreich waren ?

https://www.biddr.com/auctions/numismat ... rrency=EUR

Selbst Los 524 endete bei 150€. Nun ja ... .

Ich war leider auch nicht der einzige der dort heute auf "mein" Los 554 geboten hatte.
Das Stück wurde dann für mich auch teurer als erhofft.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von dictator perpetuus » So 06.06.21 23:23

friedberg hat geschrieben:
So 06.06.21 21:30
@dictator perpetuus,

die Naumann Auktion mit "Ihren" fraglichen Stücken ist gerade auch "durch".
Jetzt bin ich natürlich gespannt ob Sie bei einem der "Tribute Penny"
mitgeboten hatten und eventuell erfolgreich waren ?
Habe mitgeboten, aber bin bereits bei den Vorgeboten ausgestiegen. Ich wollte bei 524 bis knapp über 100 mitmachen bzw. habe das auch gemacht, aber 150 war mir definitiv zu viel, für 525 hätte ich wahrscheinlich noch bis 160 mitgemacht. Habe auch noch über einen der Augustus Caius und Lucius-Denare nachgedacht, 513 gefiel mir aber nicht (und war m.E. viel zu teuer) und 514 ist mir auch zu hoch gegangen.
In Sachen Tiberius fand ich jetzt beim Naumann, dass Nr 525 als einziges einigermaßen vertretbar in Sachen Preis/Leistung war. Ich hatte gehofft, wenn da so viele sind, gibt es vielleicht weniger Bieterkrieg.
Mal sehen, vielleicht mache ich bei Savoca mit. Allerdings trau ich dem Savoca irgendwie bzgl. Fälschungen nicht so zu 100%, zwar mehr als dem Lanz oder noch schlimmer z.B. dem Katz, aber längst nicht so sehr wie z.B. Peus. Bin ja nicht so erfahren wie viele hier, meint ihr, da liege ich richtig?

Aber davon ab, was denkt ihr von dem hier, irgendwie ist mir der (inklusive dem ganzen Laden) suspekt, ohne dass ich genau sagen kann, warum:
https://www.biddr.com/auctions/katz/bro ... &l=1964154

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friedberg
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten

Beitrag von friedberg » Mo 07.06.21 00:12

Positiv ist ja das die fraglichen "Tribute Penny" alles andere als selten sind und in der Folge
regelmäßig bei diversen Auktionen im Angebot sind. Man setzt sich also ein Limit
für ein fragliches Stück und wartet das das Glück mitspielt.
Außer man setzt sein Limit wesentlich zu niedrig, dann dauert es halt ewig und drei Tage.

Der letzte click bei mir auf Los 554 war auch: "verd... will ich aber doch haben !"

Hinsichtlich Fälschungen / Echtheit garantiert der Fachhandel im Grunde die Rücknahme
sofern sich das Stück nachträglich nicht als Original herausstellt. Mehr nicht.
Das da gerade im preisgünstigen Bereich vielleicht einmal das ein oder andere Stück
nicht vorab erkannt wird ist nachvollziehbar. Sofern der Händler das betreffende Stück
dann zurück nimmt sehe ich kein Problem dabei.

Sollte man sich unsicher sein kann man das Stück ja hier im Forum zur Diskussion stellen.

Am Samstag habe ich erst bei einem mir völlig unbekannten polnischen Auktionshaus geboten.
Ich bin schon gespannt drauf was da die Tage die Post tatsächlich bringt.

Im Grunde ist es egal ob man bei Savoca, Peus, Katz, Ibercoin usw. mitbietet.
Da achte ich eher auf die Sätze für Aufgeld / Versicherung / Versand etc..
Katz ist halt bekannt für die nicht vorhandenen Schätzpreise.
Da muss sich halt der Kunde vorher genauer Gedanken machen wo ein Stück enden wird.

Mit freundlichen Grüßen

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