Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

SC1985
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Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von SC1985 » So 12.07.20 19:23

Liebe Foren- Mitglieder!

Ich hätte gerne mal eine Einschätzung bzgl. der Echtheit dieser germanischen Imitation eines Augustus- Denars - ich hoffe, daß jmd. sich mit diesen sehr speziellen Münzen auskennt, eigentlich sammle ich völkerwanderungszeitliche bzw. frühmittelalterliche Münzen und kann mir da kein Urteil bilden.
Ähnliche Exemplare befindet sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Dort wird gesagt, daß diese Münzen wohl aus dem Thüringer Raum stammen und Hilfstruppengeld waren für die dortigen Germanen.

Grüße, Stephan.
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Mynter
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von Mynter » Mo 13.07.20 06:16

Hast Du Wallin mal zur Herkunft des Stueckes gefragt ?
Grüsse, Mynter

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richard55-47
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von richard55-47 » Mo 13.07.20 08:28

Ich kann keine Aussage zur Herkunft dieser Imitation machen, aber als germanisch würde ich sie nicht bezeichnen. Der Stil erinnert mich mehr an keltische Münzen, hier natürlich eine imitation der Prinzenmünze des Augustus. Die keltischen Münzschneider haben m. E. einen berühmten Künstler des 20. JH. inspiriert - Pablo Picasso.
do ut des.

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von SC1985 » Di 14.07.20 16:37

Hallo!

Erstmal vielen Dank für die Antworten.

--> Mynter:
Hallo Mynter!
Lt. Wallin stammt das Stück von Andre Cichos.

Grüße, Stephan.

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shanxi
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von shanxi » Di 14.07.20 17:03


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richard55-47
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von richard55-47 » Mi 15.07.20 08:47

SC1985 hat geschrieben:
Di 14.07.20 16:37
Hallo!

Erstmal vielen Dank für die Antworten.

--> Mynter:
Hallo Mynter!
Lt. Wallin stammt das Stück von Andre Cichos.

Grüße, Stephan.
Herr Cichos ist für mich eine sehr solide Adresse.
do ut des.

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richard55-47
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von richard55-47 » Mi 15.07.20 08:54

So, ich habe die Quelle meiner Einschätzung, dass die Münze keltischen Ursprungs ist, gefunden. Dieser Goldstater wurde von den Parisii geprägt, allerdings zu Republikzeiten.
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Perinawa
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von Perinawa » Mi 15.07.20 09:38

Wobei ich mich hier frage, ob das wirklich Augustus oder eher einen keltischen Pferdekopf darstellen soll. Mit dem keltischen Ursprung kommt gut hin, wie ich meine.
Manche Antworten sind zwar nicht nützlich, aber weniger schädlich als manche nützlichen.

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Homer J. Simpson
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 15.07.20 12:49

Hier paßt mein an anderer Stelle schon geposteter Denar der Vollständigkeit halber gut hin.

Viele Grüße,

Homer
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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von antoninus1 » Mi 15.07.20 13:37

Tolles Stück :)
Gruß,
antoninus1

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von Altamura2 » Mi 15.07.20 13:40

Ähnliche imitative Denare wie oben vorgestellt finden sich in der Sammlung in Berlin:
https://ikmk.smb.museum/object?id=18200442
und in der BnF:
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b113545999
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b113546055
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b11354600x
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b11354601c

Alle verweisen auf den Donauraum als Ursprung.

Gruß

Altamura

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von shanxi » Mi 15.07.20 14:07

Altamura2 hat geschrieben:
Mi 15.07.20 13:40
Alle verweisen auf den Donauraum als Ursprung.

Na ja, das von SC1985 genannte Museum in Halle gibt ja den Fundort des online gezeigten Exemplars an: Sachsenburg. Der Text spricht auch von der Verbreitung in der Region Thüringer Becken. Scheint dort also noch mehr Funde zu geben.

https://st.museum-digital.de/index.php? ... oaded=true

Würde mich nicht wundern wenn diese weit verbreiteten Denarii an verschiedenen Orten imitiert worden wären.

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von Altamura2 » Mi 15.07.20 19:49

shanxi hat geschrieben:
Mi 15.07.20 14:07
... Scheint dort also noch mehr Funde zu geben. ...
In Manching wurde auch ein Münze des Massinissa aus Nordafrika gefunden, das muss also nichts heißen :? . Und die Beschreibung aus Halle spendiert uns ja nicht mal eine Referenz, geschweige denn einen konkreten Hinweis auf die weiteren Funde.
Und ob das Hallenser Exemplar stilistisch so dicht an denen aus der Donauregion ist, dass es in dieselbe Gruppe gehört?
shanxi hat geschrieben:
Mi 15.07.20 14:07
... Würde mich nicht wundern wenn diese weit verbreiteten Denarii an verschiedenen Orten imitiert worden wären. ...
Das bestreitet ja auch niemand, das wurden sie definitiv. Man kann aber unterschiedliche Stile ausmachen, die dann wiederum vermutlich aus unterschiedlichen Regionen stammen können.
Hier z.B. Imitationen dieses Typs aus Georgien: http://geonumismatics.tsu.ge/en/catalog ... s/?type=27

Die Gruppe, die hier dem Donauraum zugewiesen wird, ist in sich stilistisch schon recht zusammenhängend. Teilweise wird dazu auch auf Göbl verwiesen (hab' ich aber leider nicht :? ), und der hat sich mit Münzen aus dem Donauraum schon ausgekannt. Da muss es schon einen Grund geben, warum diese Imitationen dorthin verortet wurden.

Gruß

Altamura

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von SC1985 » Mi 15.07.20 21:26

Hallo!

Ich bedanke mich bei Euch allen ganz herzlich für Eure rege Teilnahme an meinem Thema.
Ich bin ganz begeistert!!!!!!!!!!!!!!!!!
Stephan.
Noch eine Frage an die Runde: Kann man eigentlich hier genau sagen, ob das Stück als germanisch oder keltisch anzusprechen ist (--> Donauraum)?

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Re: Germanische Imitation eines Augustus- Denars

Beitrag von chevalier » Do 16.07.20 08:28

SC1985 hat geschrieben:
Mi 15.07.20 21:26
Hallo!

Ich bedanke mich bei Euch allen ganz herzlich für Eure rege Teilnahme an meinem Thema.
Ich bin ganz begeistert!!!!!!!!!!!!!!!!!
Stephan.
Noch eine Frage an die Runde: Kann man eigentlich hier genau sagen, ob das Stück als germanisch oder keltisch anzusprechen ist (--> Donauraum)?
Germanisch halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Mir ist nicht bekannt, dass die Germanen um Christi Geburt herum der Münzprägung mächtig gewesen wären. Jedoch die Kelten mit Sicherheit. Vielleicht steht dies ja auch in irgendeinem Zusammenhang mit den dakischen Imitationen repubikanischer oder imperialer Denare. Siehe unter : https://rrimitations.ancients.info/imperial.html
mfg Thomas

„Und so sehen wir betroffen - den Vorhang zu und alle Fragen offen“ (Reich-Ranicki)

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