Die Söhne des Constantinus I

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

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richard55-47
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von richard55-47 » Mi 24.11.21 08:53

Lucius Aelius hat geschrieben:
Di 23.11.21 22:10
Klasse 👍👍👍
Glaub ich gerne, dass der teuer war.

On ne s'offre rien d'autre
do ut des.

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Peter43
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Peter43 » Mi 24.11.21 09:25

Diese Darstellung ghibt es nicht nur für Crispus. Hier ist mein Beispiel für Constantin II., RIC VII, Thessalonica 71, nicht so schön wie das vorige, dadür in der Seltenheit eine Stufe höher.

Die meisten Referenzen beschreiben die Rs. als den Plan eines römischen Lagers. Aber Fachleute widersprechen dem. Nie hat ein römisches Lager so ausgesehen. Es gibt verschiedene andere Theorien. Eine Möglichkeit ist, daß die Rs. das beschreibt, was Constantin I. in seiner Vision sah, außer daß es sich hier um Sol handelt und nicht um Christus. Eine Erklärung ist, daß er die wahre Bedeutung dieser Vision nicht verstanden hatte, bis er kurz vor der Schlacht an der Milvischen Brücke gegen Maxentius eine zweite Vision hatte. Nach Weiß handelte es sich um eine Sonnenhalo.

Peter Weiss, The Vision of Constantine, Frankfurter Althistorische Studien 3, Kallmünz, 1993

Jochen
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constantinII_thess_71.jpg
Zuletzt geändert von Peter43 am Mi 24.11.21 10:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Timestheus » Mi 24.11.21 10:25

Das ja interessant.
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Lucius Aelius
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Lucius Aelius » Do 25.11.21 12:23

Stammen die meisten "Halo"-Münzen nicht aus Thessaloniki, also dem Machtbereich Licinius?
Gruss
Lucius Aelius

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Lucius Aelius
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Lucius Aelius » Do 25.11.21 15:14

Hab gerade nachgeschaut:
Lt. Bruck NUR Thessaloniki.
D.h., keine einzige Mzst. im Herrschaftsbereich Contantins hat diesen Typ emittiert .

WARUM also sollte LICINIUS solch okkultes Btimborium, was ausschließlichen Bezug auf seinen Erzrivalen nahm, für SEINE östlichen Untertanen emittieren?
Warum erst Jahre später Bezug nehmen auf diese "Erscheinung"?
Das wäre die 2 Fragen, die Peter Weiss beantworten sollte, Ist meine Meinung.
Hat er das? Ich habe seine viel beachtete Arbeit leider nicht vorliegen.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Pegasvs » Sa 27.11.21 17:58

Ich habe den Artikel von Peter Weiss mal überflogen. Ich konnte nicht erkennen, dass er speziell auf deine Fragestellungen eingeht. Die Prägung aus Thessaloniki wird erwähnt und auch abgebildet. Er scheint aber davon auszugehen, dass die Prägung unter dem Einfluss von Constantin entstand. Ich muss aber gestehen, dass ich als Techniker, mich mit solch einer etwas schwülstigen Art zu schreiben etwas schwer tue.

Ich konnte nicht viel über die Glaubensausrichtung von Licinius finden. In einige Quellen scheint er dem Christentum nicht sehr zugeneigt gewesen zu sein.
Kann es sein, dass sich Licinius über Constantins Deutung des Halo als christliches Symbol lustig gemacht hat und mitteilen wollte, dass solch eine Erscheinung eindeutig Sol zuzuordnen sei?

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Lucius Aelius
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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Lucius Aelius » So 28.11.21 14:15

Danke für deinen Antwort 👍

Leider fehlt mir momentan die Zeit zur weiteren Recherche. Licinius war ja ein Anhäger von Iovi Conservatori, Constantin von Sol Invictus.
Um Eintracht und Bekenntnis zur Reichseinheit zu manifestieren haben die beiden Augusti ja gegenseitig gleiche Reverse emittiert.
Es muss einen Grund gehabt haben, warum dieser Münztyp just zu dieser Zeit von Licinius ausgegeben wurde. 319 amtierten Constantin und Licinius Caesar als Konsule.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Die Söhne des Constantinus I

Beitrag von Peter43 » So 28.11.21 16:02

1) Diese Münzen sind 319 geprägt worden, also zu einer Zeit, da Licinius mit Constantin Frieden geschlossen hatte (314). Thessalonica wurde bereits seit 316 von Constantin kontrolliert. Und geprägt wurden sie für beide Augusti und die Caesaren Crispus, Contantin II. und Licinius II.

(2) Weiss behauptet nicht, daß es sich um ein christliches Symbol handelt. Natürlich ist es ein Symbol für Sol, der ja auch oben auf dem Strahlenkreuz zu sehen ist. Es stammt also aus der Zeit, als Constantin dem Sol Invictus anhing. Erst nachdem er das Chrisetntum zu seiner Staatsreligion gemacht hatte, wurde es von seinen Biographen zum christlichen Symbol verklärt.

Jochen
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