Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

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friedberg
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Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von friedberg » Fr 17.12.21 19:03

Hallo,

drüben bei den Römern läuft ein Thread mit dem gleichen Thema.
Ich dachte mir wenn das bei den "Sandalenträgern" gut ankommt
warum dann nicht auch bei der altdeutschen Gemeinde.

Welche altdeutsche Münze des Jahres 2021 ist also Euer ganzer Stolz ?

Kleine Geschichten warum / weshalb / weswegen lockern das ganze
bestimmt auf und ein oder zwei Photos sind auch nicht verkehrt.

Für mich selbst ist es dieses Stück:

Burggrafschaft Friedberg
Johann Oyger Brendel von Homburg (1570 - 1577)
Halbbatzen 1575
Av.: ARCIS:IMP:FRIDB:WETTERAV
Rv.: MAX.II.IMP.AVG.P.F.DECRETO
Prägestätte: Friedberg, 20mm, 1,20g
Literatur: Lejeune 7l var.
Lejeune_7l_var_av.jpg
Lejeune_7l_var_rv.jpg
Dieses Stück ist mein Glanzstück des Jahres weil ich bereits 9 Jahre dahinter her bin.
Zuerst gesehen hatte ich dieses Exemplar beim Peus Ffm. Ich saß im November 2012
im Auktionssaal aber zwei weitere Interessenten dachten sich wer weis was dabei
und schraubten den Zuschlag mit ihren gegenseitigen Geboten dreistellig hoch.
https://www.acsearch.info/search.html?id=1413236

Als ich schon drauf und dran war darauf einzugehen sprach mich mein damaliger,
inzwischen leider verstorbener, Sitznachbar an und meinte:
"Lass es bloß sein ! Das Stück kommt wieder."
Und Recht hatte mein Sitznachbar aus Darmstadt. Das Stück machte in den Jahren
den Wanderpokal durch diverse Auktionen und dieses Jahr landete es dann endlich
bei mir für einen Bruchteil des einstigen Zuschlags.


Es würde mich freuen wenn auch die altdeutsche Gemeinde nunmehr Ihre
jeweiligen Stücke 2021 im Anschluss vorstellt.

Mit freundlichen Grüßen

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Leitwolf
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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Leitwolf » Sa 18.12.21 13:28

Schöne Idee.

Für mich ist mein Altdeutschland-Neuzugang 2021 die nachfolgende Münze: Fürstbistum/Hochstift Fulda, 20 Kreuzer, 1765. Das besondere ist das Münzmeisterzeichen N D (Nikolaus Dittmar). Das Jahr 1765 gibt es auch mit den Kürzeln für dessen Nachfolger H M (Heinrich Meidinger). Der Porträtseitenstempel (von Johann Leonhard Oexlein, vgl. œ auf 6 Uhr) blieb anscheinend unverändert. Ich war nicht gezielt auf der Suche, habe aber dann festgestellt, dass N D eher selten zu sein scheint, denn bislang konnte ich noch kein anderes (Auktions-)Vorkommen recherchieren.

Fulda 1765 ND.jpg
Fulda 1765 Vergleich.jpg
Suche Münzen aus Fulda. Kontaktaufnahme bitte über "Private Nachrichten".

ebay-Alternative nutzen: https://www.muenzauktion.info

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friedberg
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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von friedberg » Sa 18.12.21 16:14

Hallo Leitwolf,

Glückwunsch zum Stück. Und Augen wie ein Luchs, oder besser Wolf.
Ich hätte das kleine Münzmeisterzeichen in dem Lot bei V.L. Nummus
ganz bestimmt glatt übersehen.

Mit freundlichen Grüßen

MartinH
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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von MartinH » Sa 18.12.21 16:40

Minden_2.jpg
Minden.jpg
Mein Sammelgebiet liegt etwas am Rande und fokussiert auf Westfälische Kupfermünzen, eine frühe Form des Kreditgeldes, Belagerungsmünzen, die letztendlich auch eine Form des Kreditgeldes sind, sowie amtliche Marken und Zeichen bis Ende des 18. Jhdt.

Mein Highlight 2021 ist ein Mindener 2 Groschenstück (3,73 g), welches während der Belagerung von Minden (30.7. – 10.11.1634) durch die Schweden in einem sehr kurzen Zeitraum (1.10.-5.10.1634) geschlagen wurden. Insgesamt wurden - nachdem das Silber ausging - 4549 Exemplare dieser Kupfermünzen im Wert von 252 Taler 26 Groschen geprägt. Am 10. 11.1634 zog nach der Übergabe der Stadt das kaiserliche Heer ab. Bereits am 14. November forderte der Rat öffentlich zur Abgabe der Notmünzen gegen vorläufigen Empfang eines Scheins und mit einer Frist von 8 Tagen auf (E.Stange:Geld- und Münzgeschichte des Bistums Minden, 1913, S. 155-156).
Die Umschrift „Durum telum necessitas“ ist ein Zitat von Titus Livius (Eine harte Waffe ist die Notwendigkeit).
Weingärtner beschrieb das Exemplar nach der Sammlung des Tabak- und Zuckerfabrikanten Carl Emanuel Schellhass (1788-1864), Bremen. Die Münzsammlung wurde von Julius Erbstein: Die Schellhass'sche Münzsammlung samt zugehöriger Bibliothek (1870) beschrieben. Ein Teil der Sammlung (die Münzen von Bremen) befinden sich heute im Focke Museum in Bremen.

Das 2 Groschenstück von Minden galt jedoch seit mehr als 100 Jahren als verschollen. Ich entdeckte es in diesem Jahr bei einer Auktion (leider nicht als Einziger), wo es ohne besonderen Hinweis gelistet war. Die Provenienz konnte ich nicht mehr nachvollziehen, es stammt aus dem Erbe eines Sammlers, der „über 50 Jahre jede kleinste Münze kiloweise gesammelt hatte“.

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Numis-Student » Sa 18.12.21 18:00

Hallo Martin,

als alter Westfale sehe ich es besonders gern, wenn westfälisches Kupfergeld geschätzt und gesammelt wird.

Mein Schwerpunkt sind zwar die alten Römer, Altdeutschland läuft eher nebenbei. Aber ich freue mich über eine westfälische Münze schon mehr als über eine bayrische ;-)

Schöne Grüße
MR

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Atalaya » Sa 18.12.21 18:55

Meine Münze des Jahres habe ich schon zu Nikolaus gezeigt.

Sie scheint schwer in guter Qualität zu finden zu sein und die Gestaltung des Wappens finde ich außerordentlich gelungen.
Numis-Student hat geschrieben:
Sa 18.12.21 18:00
als alter Westfale sehe ich es besonders gern, wenn westfälisches Kupfergeld geschätzt und gesammelt wird.


100-prozentige Zustimmung aus der östlichen Diaspora (Ostfalen)!
Zuletzt geändert von Atalaya am Sa 18.12.21 23:11, insgesamt 2-mal geändert.
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Numis-Student » Sa 18.12.21 18:57

Die ist schön genug, die kannst Du ruhig hier auch zeigen ;-)

MR

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Atalaya » Sa 18.12.21 19:19

Bei den Maßstäben in anderen Ecken des Forums... :wink:
Aber deshalb gab es sie doch zu Nikolaus, da gab es diesen Thread noch nicht.
20211205_113425_4.jpg
20211205_113529_4.jpg
Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August, 6 Pfennig, 1790, Koppe 606, Slg. Horn.

EDIT: Der Vollständigkeit halber. :wink:
Danke dem Moderator und seiner Löschtaste! :D
Zuletzt geändert von Atalaya am Sa 18.12.21 20:40, insgesamt 4-mal geändert.
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von friedberg » Sa 18.12.21 19:38

Atalaya hat geschrieben:
Sa 18.12.21 19:19
Bei den Maßstäben in anderen Ecken des Forums...
Na mit den dortigen Maßstäben kann Altdeutschland doch locker mithalten.

Das Stück welches MartinH uns dankenswerterweise hier gezeigt hat ist doch
eine absolute Rarität. Glückwunsch zum Stück und zum Gewonnen Bietergefecht.
Wenn man bedenkt das der Zuschlag 7,5 mal höher war als der Ausruf.

Ich freue mich das der Thread so langsam Fahrt aufnimmt.
Die "Sandalenträger" werden sich wundern was Altdeutschland alles zu bieten hat. :lol:

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von MartinH » Sa 18.12.21 20:40

Freue mich, dass es noch weitere in der "Diaspora" (in meinem Fall Rhein-Main Gebiet) lebende Westfalen mit Interesse an westfälischer Numismatik gibt. Viele Grüße, MartinH (und ja, das Bietergefecht war schmerzvoll)

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von Gerhard Schön » Sa 18.12.21 21:39

Leitwolf hat geschrieben:
Sa 18.12.21 13:28
Das Jahr 1765 gibt es auch mit den Kürzeln für dessen Nachfolger H M (Heinrich Meidinger).
Einen Heinrich Meidinger hat es an der Münzstätte Fulda nicht gegeben, den hat Hinkelbein 1828 (in Anlehnung an den 1760 abgereisten Johann Friedrich Meidinger) schlichtweg erfunden.

Gruß,
gs
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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von vallis liliorum » So 19.12.21 12:54

Hallo zusammen,

mein Highlight des Jahres 2021 war ein Taler aus Braunschweig-Wolfenbüttel von 1691.
Münzherren waren Rudolf August und Anthon Ulrich, ein in Zellerfeld geprägter Taler und seltenes Stück.
Mit einer feinen Erhaltung. Erworben aus einer Auktion auf der anderen Seite des Globus.
Taler 1691 As reduziert.png
Taler 1691 Rs reduziert.png
Nach meiner Recherche kam dieser Taler zuletzt bei Künker unter dem Hammer: https://www.kuenker.de/de/archiv/stueck/148911
Ich konnte ihn günstiger erwerben. :D

Schöne Weihnachtsgrüße
vallis liliorum

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von kopfstück » So 19.12.21 14:54

Hallo Leitwolf,
Ein tolles Münzlein, dein Zwanziger von 1765. Im Lot war die Erhaltung und die Buchstaben nicht so gut zu erkennen. Es ist m.E. das erste Stück mit ND seit langer, langer Zeit am Markt. Herzlichen Glückwunsch.
Gruß
Kopfstück

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von TorWil » Fr 24.12.21 11:00

Hallo,

Für mich ein Schilling aus dem Bistum Ösel&Wiek, in einer für meine Sammlung typischen Erhaltung, ich habe mich aber trotzdem über die Münze sehr gefreut:

Magnus von Holstein, Schilling, Hapsal, 1567:
n0.f.jpg
n0.r.jpg

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Re: Eure altdeutsche Münze des Jahres 2021

Beitrag von weidner » Fr 24.12.21 15:11

Hallo liebe Sammlergemeinde

mein schönster Zugang 2021 war zwar keine Münze sondern eine Medaille, aber ich hoffe das geht hier ausnahmsweise durch..

Medaille 1626 zum obersächsischen Kreistag in Leipzig, Sachsen-Albertinische Linie, Johann Georg I. (1615-1656)
Medaille1.jpg
Medaille2.jpg
Silbermedaille aus dem Jahre 1626 von Ruprecht Niklas Kitzkatz, auf den Obersächsischen Kreistag,
gehalten vom 30. Juli bis 6. August 1626 zu Leipzig.
Av.: Der geharnischte Kurfürst mit umgelegtem Mantel und geschultertem Schwert nach rechts reitend,
darunter Wappen / Rv.: Helm mit Helmzier im Schriftkreis und Wappenkranz.
Auf dem Avers signiert mit RNK
Slg. Merseburger 1037, Slg. Engelhardt 803, Tentzel 42/6, Grund K 1626/02

Gruß und ein schönes Weihnachtsfest
Mario
Immer auf der Suche nach weiteren Varianten der --> Kursächsischen Prägungen zum Reformationsjubiläum 1617

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