Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Moderator: Homer J. Simpson
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Eignet sich das Gewicht einer Münze zur Klassifizierung?
Hallo zusammen,
ich möchte im Rahmen meines Studiums ein Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt. Die Klassifizierung soll dabei mehrstufig sein.
Als erste Stufe habe ich mir überlegt, den Suchraum durch die Attribute Material, Gewicht und Durchmesser einzugrenzen.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob es sinnvoll oder gar möglich ist, eine Münze anhand von Gewicht und Durchmesser einer oder mehrer Zeiträume
einzuordnen. Ich bin mir zwar bewusst, dass es immer mal wieder Währungsreformen gab, bei denen es Gewichtsanpassungen bzw. Vorgaben gab, aber
wurde sich strengend daran gehalten?
ich möchte im Rahmen meines Studiums ein Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt. Die Klassifizierung soll dabei mehrstufig sein.
Als erste Stufe habe ich mir überlegt, den Suchraum durch die Attribute Material, Gewicht und Durchmesser einzugrenzen.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob es sinnvoll oder gar möglich ist, eine Münze anhand von Gewicht und Durchmesser einer oder mehrer Zeiträume
einzuordnen. Ich bin mir zwar bewusst, dass es immer mal wieder Währungsreformen gab, bei denen es Gewichtsanpassungen bzw. Vorgaben gab, aber
wurde sich strengend daran gehalten?
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Re: Eignet sich das Gewicht einer Münze zur Klassifizierung?
Du solltest dir immer darüber im Klaren sein, dass Maßstäbe, wie sie für moderne Münzen gelten in Bezug auf Gewicht, Durchmesser etc. für mittels Hammerprägung hergestellte antike Münzen nicht geeignet sind. Moderne Münzen sind Maschinenprägungen und daher absolut gleichförmig. Antike Münzen dagegen wurden entweder als Rohlinge von Hand gegossen z. B. in sog. Tüpfelplatten oder als Zain von einem runden Barren abgesägt. Daher sind die Gewichtsschwankungen hier teilweise immens. Reduzierte Folles z. B. können bis zu 30 % und mehr untergewichtig sein. Natürlich kann man die einzelnen Nominale in einem Durchschnittsgewicht zuordnen. Aber das Gewicht alleine als Kriterium für die Zuordnung zu einem bestimmten Nominal heranzuziehen, erscheint mir doch etwas fragwürdig, da ja auch die Legierungen jener Zeit eine ziemliche Bandbreite auswiesen. Man denke nur mal an Silber-, Billon- oder AE-Antoniniane.
Thomas
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Re: Eignet sich das Gewicht einer Münze zur Klassifizierung?
Mal ein bisschen weiter oben angefangen: Was genau meinst Du denn mit "Klassifizierung"? Was soll Dein Tool ausspucken, wenn man ihm eine Münze vorwirft?
Wie sieht denn Dein Suchraum aus? Wie oder mit was beschreibst Du den denn?
Was studierst Du denn da? Nach Numismatik klingt es nicht
. Und wer hat sich dieses Thema denn ausgedacht? Was hängt für Dich davon ab?
Mich beschleicht irgendwie das Gefühl, dass Du da noch arg am Anfang stehst
.
Gruß
Altamura
Wie sieht denn Dein Suchraum aus? Wie oder mit was beschreibst Du den denn?
Was studierst Du denn da? Nach Numismatik klingt es nicht

Mich beschleicht irgendwie das Gefühl, dass Du da noch arg am Anfang stehst

Gruß
Altamura
Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Hallo zusammen,
Ich möchte im Rahmen meines Studiums ein Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt.
Als erste Stufe habe ich mir überlegt, den Suchraum durch die Attribute Material, Gewicht und Durchmesser einzugrenzen.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob es sinnvoll oder gar möglich ist, eine Münze anhand von Gewicht und Durchmesser einer oder mehrer Zeiträume?
Ich bin mir zwar bewusst, dass es immer mal wieder Währungsreformen gab, bei denen es Gewichtsanpassungen bzw. Vorgaben gab, aber wurde sich strengend daran gehalten?
Ich möchte im Rahmen meines Studiums ein Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt.
Als erste Stufe habe ich mir überlegt, den Suchraum durch die Attribute Material, Gewicht und Durchmesser einzugrenzen.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob es sinnvoll oder gar möglich ist, eine Münze anhand von Gewicht und Durchmesser einer oder mehrer Zeiträume?
Ich bin mir zwar bewusst, dass es immer mal wieder Währungsreformen gab, bei denen es Gewichtsanpassungen bzw. Vorgaben gab, aber wurde sich strengend daran gehalten?
- richard55-47
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Ohne auf deine Frage richtig eingehen zu wollen/können: Willst du da Rad neu erfinden?
Bei den Römern gibt es die genannten Unterscheidungsmerkmale doch schon.
Bei den Römern gibt es die genannten Unterscheidungsmerkmale doch schon.
do ut des.
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Hallo khaldrogo,
herzlich willkommen hier im Forum!
Ich versuche das mal in ein paar Sätzen grob zu erklären. Genau auf dieses Thema
einzugehen, würde mehrere Seiten Platz in Anspruch nehmen.
Im Prinzip ist es recht einfach, eine römische Münze grob zuzuordnen,
beachtet man die vielen Merkmale und Unterschiede. Damit dies gelingen kann, muss
ein Exemplar duch mehrere Raster fallen. Material, Gewicht und Durchmesser wären nur
einige von vielen Faktoren, die man mit einbeziehen müßte. Ein jeweiliges Raster müßte noch in weitere
Raster unterteilt werden. Ohne die Einbeziehung von Portrait und Legende wäre das nicht möglich.
Um Deine erste Frage zu beantworten. Ein As aus dem 1.-3. Jahrhundert zum Beispiel, kann genau
so groß und schwer sein, wie ein Gross-Follis der Tetrarchie Anfang des 4. Jahrhunderts. Oder ein
kupferner Antoninian des 3. Jahrhunderts genauso groß und schwer sein, wie ein spätrömischer Follis
ab dem ersten viertel des 4. Jahrhunderts. Man beachte auch die vielen "irregulären" oder
"provinziellen" Ausgaben.
Das größte Problem bei der Umsetzung eines "Tools" zur Bestimmung einer römischen
Münze wird die Zuordung zu einer Literatur oder eines Zitates sein. Was ja die eigentliche
Bestimmung einer Münze ausmacht.
vg Laurentius
herzlich willkommen hier im Forum!
Ich versuche das mal in ein paar Sätzen grob zu erklären. Genau auf dieses Thema
einzugehen, würde mehrere Seiten Platz in Anspruch nehmen.
Im Prinzip ist es recht einfach, eine römische Münze grob zuzuordnen,
beachtet man die vielen Merkmale und Unterschiede. Damit dies gelingen kann, muss
ein Exemplar duch mehrere Raster fallen. Material, Gewicht und Durchmesser wären nur
einige von vielen Faktoren, die man mit einbeziehen müßte. Ein jeweiliges Raster müßte noch in weitere
Raster unterteilt werden. Ohne die Einbeziehung von Portrait und Legende wäre das nicht möglich.
Um Deine erste Frage zu beantworten. Ein As aus dem 1.-3. Jahrhundert zum Beispiel, kann genau
so groß und schwer sein, wie ein Gross-Follis der Tetrarchie Anfang des 4. Jahrhunderts. Oder ein
kupferner Antoninian des 3. Jahrhunderts genauso groß und schwer sein, wie ein spätrömischer Follis
ab dem ersten viertel des 4. Jahrhunderts. Man beachte auch die vielen "irregulären" oder
"provinziellen" Ausgaben.
Das größte Problem bei der Umsetzung eines "Tools" zur Bestimmung einer römischen
Münze wird die Zuordung zu einer Literatur oder eines Zitates sein. Was ja die eigentliche
Bestimmung einer Münze ausmacht.
vg Laurentius
Zuletzt geändert von Laurentius am Di 20.04.21 09:12, insgesamt 1-mal geändert.
"SOL LVCET OMNIBVS"
Konstantinische Dynastie, Münzstätte Trier:
https://www.forumancientcoins.com/galle ... album=7436
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- antoninus1
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Wie meinst Du das konkret? Etwa so, dass man in ein Programm "Silber, 20mm, 3,0 g" eingibt, und es ergibt "Denar" ?
Funktioniert meiner Meinung nach nicht, da auch eine Siliqua diesen Kriterien entspräche. Gleiches gilt z.B. für "Bronze/Kupfer, 26mm, 10g". Könnte ein As oder ein Follis sein.
Außerdem streuen die Gewichte sehr. Folles liegen zwischen ca. 7 g und 13 g, bei Assen ist es ähnlich.
Ich glaube, um eine römische Münze korrekt zu klassifizieren bzw. zu bestimmen, muss man sie wirklich sehen.
Funktioniert meiner Meinung nach nicht, da auch eine Siliqua diesen Kriterien entspräche. Gleiches gilt z.B. für "Bronze/Kupfer, 26mm, 10g". Könnte ein As oder ein Follis sein.
Außerdem streuen die Gewichte sehr. Folles liegen zwischen ca. 7 g und 13 g, bei Assen ist es ähnlich.
Ich glaube, um eine römische Münze korrekt zu klassifizieren bzw. zu bestimmen, muss man sie wirklich sehen.
Gruß,
antoninus1
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Laurentius war schneller 

Gruß,
antoninus1
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
So ein Tool wird kommen wenn jemand genug Zeit, Muße und Geld hat, um die Erkenntnisse der KI bei Gesichtserkennungssoftware o.Ä. auf die Numismatik anzuwenden und ein entsprechendes Team zusammenzustellen.
Dies bedingt natürlich eine entsprechende Datenbank zum Vergleich.
Grüße
Klaus
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Gerade bei Römern ist die Zuordnung einer Münze doch kein wirkliches Problem, wenn sie einigermaßen gut erhalten ist. - Wer sollte für so ein elektronisches Tool Geld ausgeben? Grüße, KarlAntonMartini
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Es geht doch um eine Studienarbeit. Also wahrscheinlich eine Programmieraufgabe. Und ja, Material, Gewicht und Durchmesser sind erste und elementare Selektionskriterien. Wie es dann weitergeht, hängt von der Studienrichtung und den verfügbaren Techniken ab 
Grüße,
Atalaya

Grüße,
Atalaya
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
- Atalaya
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Da fällt mir ein, darüber bin ich neulich gestolpert:Zwerg hat geschrieben: ↑Di 20.04.21 09:05So ein Tool wird kommen wenn jemand genug Zeit, Muße und Geld hat, um die Erkenntnisse der KI bei Gesichtserkennungssoftware o.Ä. auf die Numismatik anzuwenden und ein entsprechendes Team zusammenzustellen.
Dies bedingt natürlich eine entsprechende Datenbank zum Vergleich.
Maktun
und jetzt noch gefunden
Coinoscope
Beide Apps versprechen Identifizierung von Münzen per Bilderkennung.

Für Pflanzen nutze ich schon länger die App Flora Incognita der TU Ilmenau. Die Erkennungsleistung ist erstaunlich. Bei Münzen würde für mich ein Großteil des Spaßes verloren gehen.

Grüße,
Atalaya
Edit:
Sachen gibts...
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
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Re: Eignet sich das Gewicht einer Münze zur Klassifizierung?
Ich habs mal zusammengefügt...
sogar die gleichen Rechtschreibfehler kopiert.
Ich denke, das sagt alles.
MR
sogar die gleichen Rechtschreibfehler kopiert.
Ich denke, das sagt alles.
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
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Re: Klassifizierungs-Tool für Münzen der römischen Kaiserzeit entwickelt
Altamura2 hat geschrieben: ↑Di 20.04.21 10:19... Das hatten wir doch schon mal, teilweise sogar wörtlich: viewtopic.php?f=6&t=61187 ...
Jetzt läuft mein Link natürlich ins Leere

Gruß
Altamura
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